Das Alte Pastorat

Das Haus östlich der Kirche wurde nahe dem Kreuzungspunkt des mittelalterlichen Hellwegs Hohe Geest mit dem Weg Wolbeck - Amelsbüren gebaut.

Weithin sichtbar war der zweigeschossige Backsteinbau aus Hiltruper Ziegeln mit Krüppelwalmdach und Zwerchhaus, umgeben von freien Feldern. Die Außenseiten wurden sparsam gegliedert mittels gequaderter Linsen. Die Architektur spiegelte die Abkehr vom Jugendstil und die Hinwendung zu sachlichen Formen wider.

Der Bau wurde im Kriegsjahr 1915 vollendet und eingesegnet. Münsterländer Fachwerkbau klingt in den Giebeln und dem leicht vorgesetzten Anbau an. Am Giebel des Zwerchhauses steht in einer Nische eine Sandsteinfigur auf einer Konsole: Christus erhebt als der gute Hirte segnend seine Hand. Flächige Ornamente in den Giebelzwicken unterstreichen die Würde des Hauses. Der südlich angebaute Wintergarten mit seinen im Jugendstil fein gestalteten Sprossenfenstern gilt als der am schönsten gestaltete in Münster.

Im Tympanon des Rundbogens über der Haustür weisen Kelch, Kreuz und Weinlaub auf priesterliches Wirken hin. Sie sind begrenzt mit den Anfangs und Endbuchstaben des griechischen Alphabetes Alpha und Omega als Zeichen für Anfang und Ende.

Die Inschrift im Rundbogen bekennt: “Friede diesem Haus und seinen Bewohnern”. Über dem Rundbogen befindet sich ein Bleiglasfenster in feinem Jugendstil: Die Muttergottes auf der Mondsichel. Dieses Fenster lässt das Licht nach innen fluten und entfaltet dort seine volle Schönheit. Im Inneren zieren Kelch, Hostie und Weinlaub die Eichentreppe ins erste Geschoss.

Heute steht das Gebäude aus architekturgeschichtlichen Gründen und als Ensemble mit der gegenüberliegenden Clemenskirche unter Denkmalschutz.

Die Kirchengemeinde verkaufte es 1998 an Marie-Luise Kaven.